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Tommis Geschichte

Ein "Riese" sollte es sein!

 

Meine Freude war grenzenlos! Wir hatten ein Haus gefunden und nun konnte ich mir endlich den langersehnten Wunsch nach einem Riesen erfüllen! Jetzt hätte ich endlich Platz, denn natürlich sollten sie im Garten hoppeln können! Fünf Zwerge wohnten schon bei uns und Tommi sollte die Truppe komplett machen.

 

So machten wir uns 2013 auf den Weg nach Köln, um am Bahnhof Tommi einzusammeln. Ich war total aufgeregt und freute mich auf "meinen Großen". Nun, was soll ich sagen? Als ich ihn das erste Mal sah, war ich leicht entsetzt, wie klein er doch war. Das sollte mein Riese sein? Na gut, er war erst 16 Wochen alt und hatte sein Mama verloren, aber ein bisschen größer hätte er schon sein können, dachte ich.

 

Auf der Rückfahrt im Zug hielt ich ihn in seiner Box die ganze Zeit auf meinem Schoß und als wir zuhause ausstiegen, war es um mich geschehen- ich war verliebt! Ich spürte, dass er Angst hatte und unsicher war, aber trotzdem strahlte er einen Charme aus, mit dem er mich schnell um den Finger wickelte. Meine Beschützerinstinkte waren geweckt!

 

In den nächsten Wochen und Monaten entwickelte Tommi sich zu einem staatlichen Kerl! Er wuchs und wurde größer und  hatte das besondere Etwas an sich, dass jeder, der zu Besuch kam, nun gerade ihn ganz besonders hinreißend fand! Wie er so im Garten saß, strahlte er etwas majestätisches aus. Auch in seiner Gruppe, besonders bei den Damen, war er sehr beliebt und bot die starke Schulter zum anlehnen.

 

Tief in ihm drin jedoch blieb seine Unsicherheit und auch Ängstlichkeit, die ich bereits in unseren ersten gemeinsamen Momenten gespürt hatte. Nach außen hin war er ein großer, starker Kerl, aber nach innen, war er der Kleine, der sein Mama viel zu früh verloren hatte. Und so blieb er "mein Riesenbaby". In besonders innigen Momenten suchte er Schutz bei mir. Wir kuschelten dann und ich hatte das Gefühl, dass wir uns ohne Worte verstehen.

 

Ende August entdeckte ich zu meinem großen Erschrecken eine Beule an seiner Wange und der folgende Tierarztbesuch bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen. Er hatte einen dicken Kiefernabszess. Die OP sollte bereits zwei Tage später sein und ich machte mir riesige Sorgen, ob er die Narkose gut verkraften würde.

 

Zu meiner großen Erleichterung war er jedoch am OP Tag schnell wieder auf den Beinen, so dass ich ihn am Abend bereits mit nach Hause nehmen konnte. Er fraß sofort und fühlte sich sichtlich wohl wieder Zuhause und bei seiner Gruppe zu sein.

Ich konnte es gar nicht glauben, dass alles so reibungslos verlaufen sollte.

 

Am nächsten Tag wurde ich dann eines Besseren belehrt und wir wurden jäh auseinander gerissen.

Am Nachmittag spülte ich vorsichtig seine Wunde und gab ihm seine Medizin. Ich spürte, dass er Angst hatte und deswegen ganz still hielt. Ich versuchte sehr vorsichtig zu sein und redete leise und behutsam mit ihm. Ich war erleichtert, als wir es geschafft hatten und setzte ihn wieder zurück auf den Boden. Was dann passierte, hat mir viele schlaflose Nächte gekostet, eine unendliche Trauer und viele düstere Tage beschert.

 

Tommi brach zusammen, fing an zu zucken, blieb liegen, bäumte sich wieder auf. Wie in Trance schnappte ich mir meinen Großen, sprang zu meinem Mann ins Auto und wir machten uns auf den Weg zur Tierärztin. Dort konnte sie nur noch seinen Tod feststellen.

 

Ich war entsetzt, konnte es nicht fassen und war lange Zeit sehr verzweifelt. Quälende Fragen, wie das passieren konnte und ob ich dazu beigetragen hatte, liessen mich nicht los. Auch Gespräche mit drei Tierärzten, mit denen ich die medizinischen Aspekte diskutierte, konnten mich nur wenig beruhigen.

Tommi fand seinen letzten Platz bei uns im Garten, aber ich konnte nicht Abschied nehmen von ihm, nicht los lassen.

 

Vor wenigen Tagen bat ich dann eine Tierkommunikatorin um ein Gespräch mit Tommi, um nochmals mit ihm reden zu können, Abschied zu nehmen und meinen Frieden zu finden.

Es hat mir sehr geholfen. Es hat uns sehr geholfen, denn auch Tommi schien auf mich gewartet zu haben, um Auf Wiedersehen zu sagen. Wir haben geklärt, was noch offen war und haben uns in Liebe verabschiedet.

 

Trotzdem vermisse ich diesen wunderbaren Riesen. Er war einzigartig und wir waren uns ans Herz gewachsen. Ich werde ihn vermissen. Immer.

 

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